Regenschlacht in Krailling bei der oberbayerischen Meisterschaft
von Max
Bereits fünf Tage nach der Deutschen Meisterschaft wartete die oberbayerische Meisterschaft auf. Wie im vergangenen Jahr war die Wetterprognose eher bescheiden. 11 Grad und etwas Regen waren vorhergesagt. Was wir beim Aufstehen nicht dachten war jedoch, dass diese Prognose deutlich besser war, als das Wetter während des Rennens. Bereits während des Check-Ins begann es zu regnen und es sollte bis zum Ziel nicht mehr aufhören.
Der erste Lauf lief verhältnismäßig gut, nach 34:45 hatte ich die 9,7km lange Strecke bewältigt. Benedikt folgte knapp 1:30 Minuten später. Bereits vorher hatten wir ausgemacht, dass wir zum Radfahren eine Weste anziehen, da wir im letzten Jahr bei ähnlichen Bedingungen auf dem Rad extrem froren. Obwohl beim Anziehen der Weste mit klammen Fingern etwas Zeit verging und wir somit extrem langsame Wechselzeiten hatten, war die Entscheidung goldrichtig. Die Weste half auf der ersten Hälfte wirklich gut, doch auf der 2. Runde kroch die Kälte in alle Glieder. Ich will mir gar nicht vorstellen wie es ohne gewesen wäre. Die erste Runde fuhr ich alleine, in der zweiten Runde schloss ein weiterer Fahrer auf und ich ihm in regelkonformem Abstand. Es sei noch erwähnt, dass die Strecke in Krailling fahrerisch nicht sehr anspruchsvoll ist. Die Runde hat etliche Spitzkehren, zwei Kreisverkehre und ist absolut topfeben. Wenn allerdings tiefe Pfützen auf der Strecke sind und somit der Grip nicht wirklich gut ist, geht man auf Nummer sicher, um Heil wieder anzukommen. Erwähnt sei noch, dass wir beim Bremsen eine absolute Top-Performance hatten. Die sandgestrahlten Bremsflanken der Zipps bremsen bei Nässe fast so gut wie im Trockenen.
Apropos Nummer sicher: Der Fahrer der mich auf der 2. Radrunde einholte hielt davon nicht wirklich viel. Mit driftenden Reifen fuhr er durch die Kreisverkehre und Kurven. Somit hatte ich noch jeder Richtungsänderung erst mal ein paar Sekunden Rückstand, konnte Sie aber immer wieder zufahren. Als 12. kam ich nass und etwas unterkühlt in die Wechselzone. Durch einen schneller Wechsel (die Weste ließ ich gleich an, so kalt war mir) machte ich in der Wechselzone zwei Plätze gut. Benedikt erging es auf dem Fahrrad nicht weniger schlecht, was sich in derselben Radzeit wiederspiegelte. Ein Beweis wie kalt es war, lieferte er beim Wechsel zum abschließenden Lauf. Seine Hände waren so kalt, dass er das Schnellschnürsystem seiner Schuhe nicht mehr schließen konnte. Er lief die letzten 4,9km einfach mit offenen Schuhen.
Ich konnte mich schnell von meinen Verfolgern absetzen, nach vorne sah ich aber leider auch niemanden. Somit lief ich die letzten 2 km locker ins Ziel und war froh, dass dort ein Handtuch und warme Sachen auf mich warteten. Auch Benedikt lief nochmal sehr gut und kam gut 2 Minuten nach mir ins als Gesamt 18. ins Ziel. In der Klasse M20 wurden wir 2. und 3., was zudem auch Vize-oberbayerischer Meister und dritter der Meisterschaft bedeutete.
Neben dem Wetter hat der Duathlon Krailling leider noch ein großes Manko. Die Stimmung ist wie auf einer Beerdigung. Aufgrund des schlechten Wetters waren sowohl auf der Radstrecke, als auch auf der Laufstrecke keine Zuschauer, sondern nur ein paar Streckenposten. Im Start-Ziel-Bereich befanden sich auch mehr ausgestiegene Athleten und Betreuer als Zuschauer. Sehr schade, da die Veranstaltung top organisiert ist und auch wirklich guter Sport geboten wird.
Kommendes Wochenende steht das „Double Feature“ an. Am Samstag steht das Paarzeitfahren an. Eine wirklich lustige Sache und ein netter Zeitvertreib. Vielleicht schaffen wir es einige Radsportler zu ärgern. Tags drauf ist der letzte Duathlon der ersten Saisonhälfte mit dem Sprint in Deggendorf. Hier erwartet uns ein spannendes und schnelles Rennen, da unter anderem der ehemalige Triathlon-Profi Florian Stelzle gemeldet hat.
Benedikt und Maximilian Paech | Carbon plus Kondition
